Türkei
Dienstag, 18. August:
Mit Antalya ist der erste größere Wendepunkt unserer Reise erreicht: einerseits ist es der östlichste Punkt unserer Reise, andererseits verlässt hier auch unser Skip, Henning Big Bully um auf
"Heimaturlaub" zu gehen. Ab nun hat also "die Jugend" das Ruder in der Hand...
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Nachdem alle verabschiedet sind stehlen wir uns frühmorgens zum Sonnenaufgang aus der Celebi Marina in Antalya. Eigentlich erwarten wir den für diese Gegend im Sommer typischen Westwind, völlig
überraschend bläst es allerdings ab Mittags mit 4-5 Bft. aus Ost! Das nutzen wir aus und machen gut Strecke, schaffen insgesamt rund 70 sm und erreichen gegen Abend wieder die Kekova Reede und
genießen ein sehr gutes sowie unterhaltsames Dinner bei Hassan, dem örtlichen Seglertreff.
Auch am nächsten Tag machen wir nochmals gut Strecke: Wir schaffen rund 50 sm, diesmal geht es allerdings gegenan. Gegen Abend erreichen wir aber wohlbehalten und um einen schönen Segeltag reicher
die Gemiler Reede. Nach dem obligatorischen Besuch der Ruinen geht es schließlich wieder rüber in Bucht von Göcek.
Hier erleben wir allerdings am nächsten Tag eine eher unangenehme Überraschung. Nach einem Zwischenstopp wollen wir wieder Anker auf gehen, allerdings hat der Anker scheinbar völlig andere
Interessen. Wir können noch so sehr ziehen und zerren, versuchen es mit vorwärts Fahrt, rückwärts Fahrt, aber der Anker bewegt sich um keinen Millimeter. Wie einbetoniert liegt er auf ca. 30m Tiefe
fest... Natürlich also auch keine Chance runter zu tauchen. Um wenigstens genauer Bescheid zu wissen versucht es Christian dennoch, schafft es sich an der Ankerkette auf ca. 20 m runter zu ziehen und
kann Sichtkontakt herstellen. Ergebnis: der Anker hat sich in einer Felsspalte verkeilt, keine Chance ihn nur durch Zug an der Kette wieder bergen zu können... Gegen Spätnachmittag hilft uns
schließlich einer der fliegenden Händler aus Patsche: "Anchor problem?! Need diver?!" ruft er uns mit einem leichten lächeln auf den Lippen entgegen... 2 Stunden später und um 140 € ärmer haben wir
dann, leicht genervt aber dennoch erleichtert unseren Anker wieder oben. Erstmal haben wir genug vom Ankern und verholen uns nach schräg gegenüber ins Restaurant Amigo an eine Mooring.
Der nächste Tag entschädigt uns für den Ärger des Vortages: Bei herrlichem Meltemi, der von zunächst 18 Knoten bis zum Abend auf 30 Knoten auffrischt kreuzen wir rüber nach Rhodos, das wir in den
Abendstunden erreichen. Allerdings haben wir keine Chance mehr auf einen Platz in der Hoffnungslos überlaufenen Madraki Marina und so legen wir uns zu einigen anderen Yachten in die Warteschleife in
den Fährhafen vor Anker.
Mit dem Beiboot setzen wir über und Besichtigen die Altstadt von Rhodos, die sehr schön, allerdings auch sehr touristisch ist. Sonntag Abend kommen dann Tony und Katrin an, die ebenfalls mit dem
Bananaboot an Bord gebracht werden. Bei der Gelgenheit lässt sich CHristian nicht lumpen und legt eine kleine Showeinlage ein: bei der Bierübergabe vollführt eine gekonnte Rolle seitwärts und landet
im Bach - zum Glück ist das Bier aber sicher im Beidboot geblieben! Das Handy hat es aber ledier nicht ganz so gut überlebt...
Montag früh versuchen wir nochmal unser Glück in der Mandraki Marina in Rhodos Stadt und siehe da: es zahlt sich aus! Wir bekommen einen der begehrten Plätze an der Pier, können uns neu
verproviantieren, Strom und Wasser aufnehmen, die Gasflaschen füllen, Wäsche waschen und Willi trockenen Fußes verabschieden.
Unsere für heute geplante Autotour über Rhodos musste leider ins Wasser fallen, da sämtliche Autovermietungen ausverkauft sind. In ganz Rhodos Stadt ist kein Mietauto mehr aufzutreiben. So machen wir
uns eben einen faulen Lenz in der schön gelegenen Marina und genießen den angenehm kühlenden Meltemi Wind.
Morgen wird es dann entlang der Ostküste von Rhodos weiter nach Lindos und schließlich nach Prassonissi gehen, dem legendären Surfspot auf Rhodos! Endlich mal wieder ein Brett unter die Füße
bekommen!
Von dort aus werden wir uns dann auch wieder melden!
Soweit, viele Grüße aus Rhodos, diesmal insbesondere auch an die gesamte Familie Tezlaff & Hornung, Tony und Katrin haben sich bereits wunderbar eingelebt und die ersten Knoten können sie auch
schon ;)
Viel Spaß mit den Bildern!
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Sonntag, 09. August:
Nach der reichlich beeindruckenden Woche im Golf von Göcek geht es weiter die Türkische Küste entlang. Weiter in den Süden, noch weiter nach Osten...
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Es geht vorbei an den bekannten Spots: Göcek, Gemiler Reede, Ölü Denüz, dem Ucagiz Limani und dem kleinen Ort Kale. Das Yachtaufkommen wird, je weiter wir gen Osten vorstoßen, immer geringer. Als wir
schließlich das Südkap bei Kumluca runden und wieder nordwärts in Richtung Antalya laufen sind wir quasi die einzige Yacht weit und breit. Das hätten wir nicht erwartet!
Auch waren wir etwas blauäugig in Hinblick auf die Größe von Antalya. Wo wir eine "normal-große" Touristen Stadt erwarten empfängt uns eine 1,4 Millionen Metropole. Das seltsame daran, es scheint
quasi null Wassersportler in dieser Stadt zu geben. Im kleinen Göcek sind 5 Marinas vollkommen ausgelastet, in Antalya ist die einzige für Yachten geeignete Marina, die Celebi Marina, höchstens zu
50% ausgelastet. Obwohl sie sehr schön und gut organisiert ist.Das Revier unmittelbar vor Antalya ist allerdings auch bei weitem nciht so einladend wie die Küstenlinie von Bodrum bis nach
Kemer.
Das Segelrevier von Bodrum bis nach Kemer nimmt auch bisher die Nummer 1 in unserer Hitparade des Überführungstörn ein, dicht gefolgt von den Sporaden!
Ich denke die Fotos werden auch euch überzeugen ;) Viel Spaß damit!
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Montag, 03. August:
Der letzte Logbucheintrag ist nun eine Woche her und unterschiedlicher hätten die in der Zwischenzeit angelaufenen Spots wohl nicht sein können... von der verlassen Trauminsel bis hin zum heftigsten
Tourismus Kessel war alles dabei.
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Unser letzter Logbucheintrag endete mit dem Bild des Restaurants und Pension Ersoy in der Keci Bükü. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt, so gastfreundlich, unkompliziert, freundlich und fair sind
wir bisher selten empfangen worden. Bereits nach unserer Ankunft werden wir nur noch "Freund" genannt, "Danke", "Guten Appetit", "wie gehts?" und nochmal "Daaanke, Daanke" schallt es uns fast
pausenlos entgegen. Dazu sind die Preise so fair, dass wir uns sogar morgens das Frühstück im Restaurant servieren lassen. Einfach ein herrlicher Spot, vom Tourismus so gut wie verschont und
landschaftlich "in einer der schönsten Buchten der Türkei" gelegen, wie auch unser Revierführer bestätigt.
Auf dem Weg nach Göcek kommen wir am krassen Gegenteil vorbei - Marmaris, eine Mischung aus Las Vegas und Ballermann. Bereits aus der Ferne leuchten uns die hellen Neonröhren der unzähligen
Restaurants, Bars, Cafés und Discos entgegen.
Abends stürzen wir uns in das Getümmel und drücken uns mit den Menschenmassen die Promenade entlang, staunen nicht schlecht über die riesen Massen an Gülets im Hafen die die Touris tagsüber bespaßen.
Mit Techno auf dem einen Ohr und griechisch-türkischer Volksmusik auf dem anderen Ohr "genießen" wir uns Abendessen in einem der Restaurants und ziehen uns recht bald, erschlagen von den
Menschenmassen auf Big Bully zurück. Die erhoffte Ruhe setzt allerdings nicht ein, Nun donnert uns von Land aus das Bassgewitter der Discotheken und Nachtclubs entgegen, in einer derartigen
Lautstärke dass wir es kaum fassen können. An ruhigen Schlaf ist hier nicht zu denken. Also gehen wir leicht genervt wieder Anker auf und verdrücken uns bei rabenschwarzer Nacht in die östliche Ecke
des Golf von Marmaris und wissen - einmal Marmaris, nie wieder Marmaris!
Göcek empfängt uns dagegen als gut organisiertes Mittelding: zwar touristisch, aber dieser beschränkt sich zu 90 % auf den Yachttourismus. Vor der Stadt liegen massenhaft Yachten vor Anker, entlang
der Bucht sind 5 Häfen gelegen. Unser Schlachtruf "Gület-Alarm!!" der vor den für die Türkei typischen Touristenschleppern warnen soll läuft auf Dauerrotation, massenhaft Charteryachten laufen ein
und aus, einige Mega Motor- sowie Segelyachten schwojen vor Anker. Die Masse an Yachten verteilt sich allerdings recht gut auf die mehr als zahlreichen Traumbuchten in der großen Bucht von Göcek.
Selten haben wir so viele derart schöne Spots auf so engem Raum gefunden wie hier. Hier haben wir auch die letzten 5 Tage verbracht, tauchend, schnorchelnd, schlafend, und zwischenrein auch mal
segelnd. So richtig Urlaub!
Heute sind wir nun in Port Göcek, füllen die Vorräte und Wassertanks auf, bevor es morgen mit unseren neuen Gästen weiter in Richtung Antalya geht! Soweit, viel Spaß mit den Fotos!
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Montag, 27. Juli:
Man könnte mal wieder viel erzählen, aber die Fülle der Bilder macht eigentlich fast jedes Wort überflüssig... zusammengefasst: Bilderbuchbedingungen! Daher auch wieder alles, passend dazu in
einer Bildergeschichte ;) Viel Spaß!
Sonntag, 19. Juli:
Wir verbleiben einige Tage in der Marina in Kusadasi und entschließen uns ein wenig Touri Programm mit zu machen. Mit einem Bus geht es nach Pamukkale, den weltberühmten Kalkterrassen. 3 Stunden
Hin- und 3 Stunden Rückfahrt in dem recht kleinen Bus ist weniger angenehm, das Erlebnis in Pamukkale macht das allerdings wieder wett, wie die Bilder denke ich eindrucksvoll zeigen...
Donnerstag, 16. Juli:
Auf der Überfahrt von Samos in die Türkei hat zunächst der Windgott ein gnädiges einsehen mit uns und beschert uns lediglich rund 20 Knoten Wind aus Nord, so können wir auf bequemem Halbwindkurs
direkt auf Kusadasi zuhalten - zunächst.
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Relativ schnell schläft der Wind allerdings ein, dreht auf Ost und weht uns direkt entgegen - zum Glück nur mit vernachlässigbarer Stärke. So schmeissen wir schliesslich den Motor an und radackeln
gemütlich weiter.
Genauso plötzlich wie der Wind weg war, schlägt er dann aber auch von neuem zu. Innerhalb weniger Minuten dreht er etwas zurück, diesmal auf Nord-Ost und setzt satte 30 Knoten drauf - von 5 auf 35!
So viel hatten wir bisher noch nie mit Big Bully! Und unser Kutterstag ist immernoch nicht installiert - also können wir auch unsere Arbeitsfock für stärkeren Wind nicht setzen... so rollen wir also
die größere Genua aus und ballern - leicht überpowered - weiter nach Kusadasi. Bei tuffen, aber wirklich tollen Segelbedingungen (wie gesagt bis zu 35 Knoten Wind, aber blauem Himmel und
Sonnenschein) passieren wir recht hart am Wind die vorgelagerten Felsen bei Kusadasi und haben unser Ziel erreicht.
Es begrüßt uns eine überraschend moderne und saubere Stadt, mit allem Komfort und Luxus einer modernen Marina. Swimming Pool, Internetanschluss, Waschmaschine, ordentliche Sanitärräume und insgesamt
ein schön angelegtes Marinagelände mit Palmen und Rasenflächen. Angenehm überrascht sind wir auch von der guten Organisation - kaum im Hafenbecken angekommen empfängt uns ein Boot mit drei
Angestellten der Marina die uns beim Anlegen helfen. Auch die Behördengänge, die für das Transitlog anfallen, eine Art Visum für Segelboote die in der Türkei unter ausländischer Flagge unterwegs
sind, werden uns vom Hafenbüro abgenommen. Es kostet zwar auch alles ein klein wenig mehr als bisher in Griechenland, aber das war zu erwarten. Insgesamt erscheinen uns die Türken bisher deutlich
organisierter, geschäftstüchtiger und zumindest betriebswirtschaftlich gesehen deutlich fitter als die Griechen. Beides hat natürlich seine Vor- und Nachteile...
Auf jeden Fall fühlen wir uns auch in der Türkei bisher sehr wohl und werden die gute Infrastruktur nutzen um Big Bully wieder weiter aufzurüsten: Das dritte Reff im Großsegel verstärken und Leinen
einziehen, der Motor bekommt einen Service und schließlich hoffen wir mit Eintreffen unseres nächsten Besuchs -und damit auch dem Eintreffen unseres Kutterstagbeschlags im Mast- die Never-ending
Story "Kutterstag installieren" endlich abschließen zu können. Genug der Worte - Viel Spaß mit den stürmischen Bildern!
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