Malta - Mai 09
Montag, 01. Juni:
Morgen geht es los, auf den ersten größeren Sprung der Reise, von Malta nach Korfu! So wie es momentan aussieht haben wir auch Glück mit dem Wetter! Der Wind soll im Laufe unserer Überfahrt stetig
von Südost auf West drehen und relativ konstant um 15-20 Knoten herum wehen. Das wären perfekte Bedingungen! Wir hoffen natürlich dass diese auch eintreffen werden!
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Die letzten Tage auf Malta verbringen wir abwechselnd in Buchten und der Grand Harbour Marina. Am Tag nach unserer Einwasserung nehmen wir Kurs auf die Blue lagoon, dem mehr oder weniger Standard
Ziel auf Malta. Bei ordentlich Wind kreuzen wir die Küste entlang, entscheiden uns aber aufgrunde der Windrichtung, die direkt in die Blue laggon steht um, und laufen vorerst in eine deutlich engere,
fjordähnliche Bucht nahe der Stadt Mgarr ein.
Hier steht der Wind wenigstens nicht in die Bucht hinein, dafür pfeift er recht streng von der felsigen Küste herab.
Unser erster Ankerversuch geht leider völlig daneben. Nachdem das Grundeisen ausgebracht ist steigt Christian mit einer Landleine auf das nahe Ufer über. Das Boot muss seitlich vertäut werden um ein
Schwojen zu verhindern, das uns in dieser engen Bucht gegen die Felswände drücken würde. Beim Vertäuen der Landleine treibt allerdings bereits Big Bullys Bug vollkommen ab, der Anker hält einfach
nicht! Eine etwas blöde Situation: Henning am Ruder, Christian an Land, Anker slipt, und niemand da ihn hochholen kann…. Also springt Christian kurzerhand ins Wasser und gelangt schwimmend zurück an
Bord. Also wieder Anker auf und neuer Versuch.
Der Anker greift und wir bringen, diesmal schwimmender Weise, erneut zwei Landleinen aus, um Big Bully abzusichern. Als alles geschafft ist, tauchen wir noch den Anker ab um sicherzugehen, dass
dieser auch wirklich hält. Dabei sehen wir dass er gerade dabei ist sich erneut zu lösen, er hatte sich lediglich hinter einem größeren Stein verhakt, aber leider gar nicht eingegraben… Also lösen
wir alles wieder auf und ziehen uns enttäuscht in die Blue lagoon zurück. Trotz des in die Lagune stehenden Windes hält hier der Anker sofort.
Nachts brist es weiter auf, bei einem Kontrollgang ist aber alles in Ordnung. Morgens werden wir dann jedoch unsanft durch laute, hektische Pfiffe aufmerksam gemacht. Wir stürmen raus, Christian
direkt aus dem Bett, Henning war bereits auf den Beinen und können gerade noch rechzeitig abhalten um nicht auf die in Lee liegende Yacht zu rauschen. Das ging gerade nochmal gut! Wir gehen sofort
Anker auf und machen uns nach dem Schreck direkt auf den Heimweg Richtung Valletta. Nur unter Genua auf Raumwindkurs und ca. 5 Beaufort eine angenehme Entschädigung für den unsanften Weckruf.
Den kommenden Tag verbringen wir mit weiteren Arbeiten am Boot: Spinnakerbaum kürzen, Spinnakerschiene verstärken, putzen und aufräumen. Für die erste größere Überfahrt soll alles optimal gerüstet
sein!
Testen können wir das Spinnakerbaum System auf unserem nächsten Ausflug zur Dweijra Bay, der sehr beeindruckenden, fast kreisrund von Felsen umgebenen Bucht auf Gozo. Ein gemütlicher Segeltag mit
einem herrlichen Sternenhimmel lässt Vorfreude auf die kommende Zeit aufkommen.
Auf dem Rückweg nach Valletta bekommen wir unerwarteten Besuch an Bord. Auf einem weiten Schlag aufs offene Meer landet eine kleine Schwalbe auf unserem Cockpittisch, sichtlich froh darüber einen
Platz zum Ausruhen gefunden zu haben. Bestimmt eine Viertelstunde sitzt der Vogel dort und wird immer zutraulicher. Erst als wir versuchen ihn mit Keksen zu füttern scheinen wir ihm zu aufdringlich
zu werden und er macht sich wieder davon. Eine alte Seglerweisheit besagt dass ein Vogel an Bord ein gutes Omen sei und Glück bringen soll. So hoffen wir dass diese Schwalbe unser gutes Omen für die
kommende Zeit ist und zunächst einmal die Passage nach Korfu angenehm verlaufen lässt. Danach sieht es, zumindest nach den momentanen Wetterberichten, wie gesagt auch aus. Also Daumen drücken dass
dem auch so bleibt!
Für die Überfahrt werden wir ca. 2-3 Tage brauchen, direkte Distanz sind ca. 320 Seemeilen (1 Seemeile = ca. 1,8 km). Sobald wir gut angekommen sind und wieder eine Internetverbindung besteht werden
wir uns natürlich melden!
Bis dahin, viel Spaß mit den weiteren Fotos! Und noch einmal: Grüße aus Malta!
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Dienstag, 26. Mai:
Endlich ist es wieder soweit, Big Bully ist wieder in seinem Element! Heute um 12 Uhr kam der Kran vorbei und verfrachtete uns wieder ins Wasser!
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Einen Tag früher als gedacht ist es also wieder soweit. Zum Glück hatten wir uns Montag noch im Büro nach einem Krantermin erkundigt. Der Mitarbeiter informierte uns so dass bereits der Dienstag
gebucht sei... nur davon wussten wir nichts. Halb so schlimm, wir wollen sowieso möglichst schnell wieder weg, und die Arbeiten sind eigentlich erledigt!
Nach der Einwasserung motoren wir erstmal ein Stück hinaus und entlasten den Tank, was auch bitter nötig war :) Nach einer kleinen Verschnaufspause geht es dann auch bereits wieder zurück auf unseren
angestammten Liegeplatz. Bevor wir wirklich los können wollen wir noch die Bettwäsche und die von der Arbeit in der Werft verschwitzten und verdreckten Kleider säubern. So gestalten wir Big Bully
kurzerhand zum Plünnenkahn um, auch mal ein nettes Bild!
Ausserdem nutzen wir die schnelle Internet Verbindung der Marina um mal wieder ausgiebig mit Hennings Eltern zu Skypen, schon faszinierend wie gut doch die Bild- und Tonverbindung sein kann, bei
entsprechend guter Verbindung!
Abends gönnen wir uns dann, zur Belohnung der getaenen Arbeit, noch ein leckeres Essen im Restaurant und geniessen nochmals die schöne Atmosphäre der Grand Harbour Marina bei Nacht.
Die nächsten Tage werden wir in den Buchten Malta verbringen, da der ansässige Bénéteau Händler momentan noch versucht die fehlenden Teile für unser Kutterstag zu besorgen.
Um den 30., 31. Mai herum wird es dann spätestens auf zu neuen Ufern gehen, auf nach Korfu! Bis dahin, ein paar weitere Bilder...
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Sonntag, 24. Mai:
Um uns herum ist es laut. Es knallt, pfeift und brummt permanent, dazu ist die Luft sehr staubhaltig. Klingt nicht gerade nach einem gemütlichen Mittelmeertörn wie man Ihn sich vorstellt. Ist es auch
nicht, aber wie das Sprichwort sagt: zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen!
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Seit einer Woche sind wir nun auf Malta und schuften in der Manoel Island Yacht Yard an Big Bully.
Dabei haben wir ihr leider auch einige Löcher zufügen müssen, die allerdings sofort wieder mit Schrauben gefüllt und mit Silikon abgedichtet wurden. So haben wir inzwischen den Fusssockel des
Kutterstages und die Windpilotanlage montiert. Letztere ist ein
für Fahrtensegler unentbehrliches Gerät. Es steuert das Boot selbstständig, allein durch die Kraft des Windes und des Wassers. Das geniale daran: es verbraucht keinen Strom, der an Bord sowieso
Mangelware ist. Genaueres zur Funktionsweise auf der Herstellerwebsite.
Neben den Löchern hat Big Bully auch einen neuen Unterwasseranstrich bekommen und steht nun in feschem rot da, ganz eine Lady in red! Diese Arbeit hat uns die meiste Zeit gekostet. Zunächst das
doppelte Abbeizen der alten Farbe (was allerdings noch wesentlich bequemer war als schleifen!), dann ein Reinigungsgang, gefolgt von einer Schicht grauen Primer und schließlich 3 Durchgänge in rot...
und das alles über Kopf, kein Spaß! Am Ende hat aber doch alles ganz gut geklappt, auch wenn kleinere Schäden leider nicht ausblieben. So verätzte sich Henning beim Abbeizen der alten Farbe einmal
ordentlich den Arm, da zwischen Schutzanzug und Schutzhandschuh beim säubern eine kleine Lücke enstanden ist über die die Flüssigkeit eindringen konnte. Schmerzhaft, aber inzwischen ist es soweit
wieder verheilt. Dafür sieht das Unterwasserschiff nun auch wieder aus wie neu!
Nebenbei standen natürlich auch die üblichen Reinigungsarbeiten wie Propeller säubern und pflegen, Fender putzen, Rumpf polieren und Roststellen entfernen an. Auch erste Erfahrungen im Brot backen
wurden gesammelt und die hiesigen Supermärkte nach Vollkornmehl und Hefe durchstöbert. Alles mit Erfolg!
Die Anfangs erwähnten Knallgeräusche entstehen übrigens durch die zahlreichen Feuerwerke, die hier auf Malta um uns herum abgefeuert werden. Warum momentan derart viele Himmelsraketen abgeschossen
werden, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Allerdings ist Malta wohl schon seit jeher im Besitz einer ausgeprägten Feuerwerkskultur. Die Häufigkeit und Intensität dieser verwundert uns
allerdings doch etwas… teilweise hört man es stundenlang am Stück knallen und hinter Bäumen und anderen Booten könnte man ein mittleres Weltuntergangsgewitter vermuten…
Nett ist auch das an das Werftgelände angrenzende Duck’s Village. Ein kleines Grundstück das nur für dort angesiedelte Enten, Hühner, Tauben und sonstiges Federvieh liebevoll hergerichtet ist. Eine
nette Idee und lustig mit an zu sehen wie sich die Schnabeltiere um das Futter reissen.
Trotz dieser schönen Abwechslungen zwischenrein reicht es uns allerdings langsam von der Werft, die zwar wirklich in Ordnung ist, aber dennoch sehr heiß, dreckig und wenig schön ist. Wir hoffen am
Mittwoch wieder Einwassern zu können und sollten dies auch schaffen, allein schon aus dem einen, einfach aber dringenden Punkt: der Fäkalientank ist so langsam bedrohlich voll! ;)
Der nächste Bericht wird hoffentlich aus einer wesentlich angenehmeren Umgebung mit schöneren Landschaftsfotos kommen! Bis dahin, viel Spaß mit den bisher entstandenen Aufnahmen!
Grüße aus Malta, Henning und Christian!
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Dienstag, 19. Mai:
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Einen schönen guten Abend zusammen!
Nach Wochen und Monaten der Vorbereitungen sind wir gestern endlich auf Malta angekommen!! Der Flug ging gut, auch das erst recht spät angemeldete Sportgepäck ging gut durch. Böse Überraschung
allerdings auf Malta am Flughafen…. Der Karton mit dem Generator kam zwar an…. Allerdings kein Generator mehr darin! Nach zunächst großer Aufregung (womöglich geklaut?!) fanden wir einen Zettel des
Flughafens München…. Generator mit gefülltem Benzintank sei verboten. Der Tank war zwar nicht voll, sondern extra geleert…aber gut! Was solls, wenigstens nicht geklaut!
Mit dem Zustand von Big Bully sind wir soweit sehr zufrieden. Es gab keine bleibenden Beschädigungen im Winter, alles ist heil und noch an seinem Fleck.
Mittlerweile stehen wir bereits hoch und trocken in der Manoel Island Yacht Yard, einer großen Werft
auf Malta, gleich neben dem Haupthafen von Valletta. Big Bully’s Bauch wurde auch bereits gekrault und der üppige Unterwasserbewuchs entfernt. Die kommenden Tage wird dann ein neues Antifouling
(Schutzfarbe gegen Unterwasserbewuchs) aufgetragen… bei 29° – juhu - aber muss eben sein.
Ansonsten haben wir uns soweit recht gut eingelebt und sind glücklich an Bord zu sein. Alles verläuft soweit nach Plan und wir sind gespannt auf die nächsten Tage!
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