Sonntag, 18. Juli 2010:
Nachtrag zum Samstag:
Die ersten Seemeilen nach dem Auslaufen aus Dover werden etwas ungemütlich, in der kappeligen See kommt es beim frischen SW zu zwei Patenthalsen, die eigentlich vermeidbar gewesen wären.....aber
bei einer noch nicht eingespielten Crew rächt sich eben jeder noch so kleine Fehler. Zum Glück bleiben die Patenthalsen ohne Folgen, bald liegen wir ausgeglichen vor Groß im ersten Reff und
ausgebaumter Genua auf Kurs NO.
Die beiden Neuen an Bord, Wolfgang und Sohnemann Henning (der „kleine“ Henning) haben so etwas ihre Probleme mit der Rollerei vor dem Wind, beiden ist mulmig in der Magengegend, doch
erfreulicherweise bleibt es ohne schlimmere Konsequenz.
Die Nachtfahrt durch die Straße von Dover wird spektakulär, eine solche Schiffsdichte in allen Richtungen haben wir bisher noch nie erlebt, es geht zu wie auf dem Piccadilly-Circus zur rushhour!
Zum Glück senden alle großen Pötte AIS-Identifikationssignale aus, die wir entsprechend dargestellt auf unserem Plotter angezeigt bekommen. So erkennen wir sehr früh, wer uns wann wie nahe nahe
kommt, daneben bekommen wir auch diverse Informationen zu Schiffstyp, Größe, Ziel etc. Ganz interessant zu wissen, was die hellerleuchtete Litfasssäule da bzw. der ominöse Schatten da so
darstellt. Tückisch bleiben die Fischer, die in der Regel keine AIS-Signale aussenden und damit nur über die Lichterführung und per Radar erkennbar sind.Wir haben wieder mal Glück und es ist eine
unwahrscheinlich sternenklare Nacht, bei dichtem Nebel wäre dieses Spiel deutlich nervenaufreibender geworden.
Mehr lesen...
So 18.07.2010
In den frühen Morgenstunden flaut der Wind immer mehr ab, schließlich nehmen wir die Segel weg und radakeln weiter. Nach erholsamen Schlaf geht des beiden Struvis deutlich besser, nur die
leckeren Spiegeleier zum Frühstück rutschen bei Wolfgang noch etwas unwillig.....eigentlich ja „Perlen vor den Eber“!Bald frischt auch der SW-Wind wieder auf, wir kramen den Gennaker aus der
Achterpiek, bald steht die Blase rund und voll und wir düsen mit 7 kn durch die Nordsee. Es bleibt spannend bedingt durch den starken Schiffsverkehr, der sich hauptsächlich in den
Zwangsverkehrswegen konvoimäßig abspult. Wir mogeln uns da so durch, bei strahlendem Himmel und bester Sicht weiterhin ein relativ leichtes Spiel.
Kurz vor Terschelling queren wir wieder mal einen Verkehrsweg, von hinten kommt mit 20 kn das mit über 1100 Fuss bisher größte Trum von Frachtschiff daher: die Hanjin Fouzhou.... ein wahres
Monster! Wir lassen sie passieren, drehen hinter ihr hoch und schauen, dass wir über den Zwangsweg kommen!
So geht es in den Abend hinein, später werden wir auf Höhe Terschelling den Gennaker wegnehmen und unter Normalbesegelung auf Helgoland eindrehen. Heimatliche Gewässer werden dann
erreicht....fragt Wolfgang doch, welche Gefühle dies bei Skip auslöst. Ambivalente....mehr soll hier ganz kurz und knapp nicht vermerkt werden.
Soviel für heute....
liebe grüße von der Big Bully Crew
…weniger lesen
Samstag, 17. Juli 2010:
Di 06.07.2010
Wir bummeln durch die Fußgängerzone von Cowes, dem Mekka der Segler, sehenswert mit all den Kneipen, Shops und maritimen Zubehörläden! Nach dem Einkauf von Lebensmitteln verlassen wir die Marina
, tuckern erst einmal
ein Stück den Flusslauf hoch (ein shipyard nach dem anderen!) dann hinaus auf den Solent. Es wird keine große Seefahrt...gleich um die Ecke finden wir ein nettes Ankerplätzchen, sozusagen mit
Balkonblick auf das Fahrwasser, in dem die Classic Yachten schon heute auf und ab fahren. Zum Dinner gibt es wieder eine Portion Thuna....alles in allem waren es somit bisher 4 Essen, die unser
Thuna ergab...und doch bleibt wieder ein Rest......den gibt es morgen...damit sind es also 5 Mahlzeiten!
Mehr lesen...
Mi 07.07.2010
Wir verlassen unseren Ankerplatz und segeln rüber nach Portsmouth. In der Haslar Marina bekommen wir einen (reichlich teuren!) Platz am Gästesteg. Zuerst schauen wir uns den Vendee Globe Renner
„Hugo Boss“ an, der hier an einem Steg liegt. Was für ein Gerät, toll!
Mit der Fähre geht es anschließend über den Fluß, das Historic Dockyard hier in Portsmouth ist unser Ziel. Hier liegen die HMS Warrier und die HMS Victory, das Flaggschiff von Lord Nelson in der
Seeschlacht von Trafalgar. Beide Schiffe sind nahezu im Originalzustand erhalten, mit kompletter Takelage, Inneneinrichtung, Bewaffnund usw. Für Skip ist der Streifzug durch die Decks dieser
maritimen Antiquitäten ein ganz besonderes Erlebnis, man fühlt sich wie zeitversetzt, kann das Leben und Leiden der Mannschaft fast nachempfinden.
Interessierte finden im Internet Infos dazu unter : www.hms-victory.com
Mehrere Stunden verbringen wir auf der Warrior und der Victory, dananch sind wir etwas ermattet und hungrig....endlich gibt es „Fish and Chips“ in der Kneipe vor dem Dockyard.
Morgen geht es für Micha zurück in die Heimat....Skip bleibt allein zuraück an Bord. Ob sich wohl jemand findet, der ihn auf dem weiteren Weg nach Kiel begleitet? Schaun wir mal! Do 08.07.2010
Nachtrag zum Mittwoch: neben uns am Steg liegen Margit und Rainer Bode aus Karlsruhe mit ihrer Hallberg Rassy 352. Sie sind beide Lehrer, er kurz über 60, sie haben sich beurlauben lassen und
sind nun am Anfang ihrer Reise, ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“. Wir werden zum Fussball-Event an Bord eingeladen, erleben also live mit, wie Spanien das deutsche Team nach Hause
schickt.....so what??
Daneben haben wir uns natürlich viel rund um das Thema Cruisen zu erzählen. Heute werden wir uns am Ankerplatz vor Cowes wieder treffen.
Micha verlässt heute Big Bully, schon etwas gedrückter Stimmung, es hat ihm an Bord wohl sehr gut gefallen!
Skip macht sich auf den Weg zum nächsten Schiffahrtsmuseum: dem Royal Navy Submarine Museum! Dieses Museum erweist sich als eine Wucht, sehr aufwendig und eindrucksvoll ist die Geschichte der
U-Boot-Entwicklung dargestellt, die ausgestellten U-Boote „Holland 1“, HMS X24, HMS Alliance und das deutsche 1-Mann-U-Boot Biber sind zugänglich und für den alten Mariner verständlicherweise
eine ganz besondere Attraktion. Mehr dazu unter: www.rnsubmus.co.uk
Fr 09.07.2010:
Heute herrschte den Tag über leichter Wind, erst am späteren Nachmittag frischte es bei blauem Himmel und Sonnenschein auf. Big Bully blieb dennoch vor Anker liegen, zum einen macht das Segeln
alleine und nur so zum Spaß hin und her keinen besonderen Sinn, zum anderen hatte unser Putz-Skip ein volles Programm:
- Taucheranzug an und dann zumindest den Wasserpassbereich vom grünen Behang befreien (artete bei der hiesigen Tiden-Strömung so richtig in Arbeit aus!)
- Ins Banana und längs der Bordwände den Gilb im Gelcoat mit Skip´s Wundermittel Antigilb entfernen....jetzt erstrahlt Big Bully wieder im reinen Weiss!
- An Deck alle Edelstahl-Teile auf Hochglanz bringen
Zwischen den Jobs musste Skip dann auch mal ein Mittagsschläfchen halten..ältere Herren brauchen das einfach!
So ging der erste Tag für Skip allein an Bord schnell vorbei....dennoch ist es schon gewöhnungsbedürftig, auf dem doch recht großen Big Bully allein herumzuturnen! Sa 10.07.2010 Recht früh treibt
es Skip aus dem Bett, eine Aufgabe steht an: Schnaufinsel raus, Neoprenanzug an und ab geht es unter den Bauch von Big Bully....nach rund 1,5 Stunden taucht der Skip wieder auf, rechtschaffen
fertig, dafür hat Big Bully wieder einen sauberen Bauch!
Das Wetter ist strahlend, der Wind frischt auf....da soll Big Bully wieder laufen dürfen! Also geht der Anker hoch, unter Genua und Groß im 1. Reff geht es bei 15 bis 20 kn Wind an die Kreuz, den
Solent hoch. Hier geht es zu wie an einem August-Sonntag am Bodensee....Boote ohne Ende! Skip muß höllisch aufpassen um keinen über den Haufen zu fahren! Wende folgt auf Wende, so ganz allein an
den Winschen geht das schon in die Knochen, denkt sich Skip und wünscht sich seinen Winschen-Bullen Chrischan zurück an Bord! Vorbei geht es an Cowes, noch ein ganzes Stück den Solent hoch...bis
die Classics in Sicht kommen. Rechtzeitig geht Skip auf Vorwindkurs, so richtig genau vor die Classics....Kanonenfutter für die Canon!! Richtig tolle Motive.....die Bilder sprechen für
sich!
Vor der Einfahrt zum Naturhafen Newton River geht Skip vor Anker, das verzweigte Gewässer selbst erkundet er mit dem Banana. Newton River ist proppevoll mit Segel- und Motorbooten, es ist aber
auch eine spektakuläre Ecke hier! Weite Teile der Ufer fallen bei Ebbe trocken, im schmalen Fahrwasser liegen die Boote dicht an dicht.
Zurück an Bord ist erst mal Teatime, danach wird noch die Rumpfaußenhaut abgewaschen, vielleicht lässt es sich ja morgen früh polieren....!
Die Engländer von nebenan rufen herüber, dass es 1:1 steht.....ei wie wichtig.....na denn gute Nacht!
So 11.07.2010:
Zum Polieren der Außenhaut von Big Bully hat es draußen am Ankerplatz zuviel Wind und Welle. Als sich viele der im Newton River gelegenen Boot von dannen machen beschließt Skip reinzugehen....so
findet sich doch noch das ruhige Plätzchen für die Kosmetikaktion. 2 Stunden später strahlt Big Bully wieder....fast wie neu!
Am Nachmittag verlässt Big Bully Newton River, unter Motor geht es zurück Richtung Cowes, erneut wird „um die Ecke“ geankert, diesmal etwas dichter dran an Cowes, wo Skip morgen Einkäufe
erledigen möchte.
Weiter tiefer in der Bucht liegt ein deutsches Boot....neugierig wie Skip eben ist, wird das Banana klar gemacht und rübermotort. Es sind Yachties aus dem Frankfurter Raum, die auf ihrer sehr
komfortablen Sirius 38 DS auf dem Wege ins Mittelmeer sind. Bei einem Rotweinschoppen lernen wir uns näher kennen....nette Leute!! Hellmuth war im zivilen Leben Manager bei GM Europe Rüsselsheim,
er konnte auf eine sehr vorteilhafte Vorruhestandsregelung zurückgreifen und sich so nun mit 61 den Traum von der zeitlich unbegenzten Segelreise ermöglichen. Tja....Großbetriebe haben neben
manchen Nachteilen eben auch so ihre Vorteile!
Interessant ist der Vergleich der Sirius mit unserer Océanis: die Sirius ein Produkt einer handwerklich arbeitenden kleinen Familienwerft www.sirius-werft.de alles grundsolide, aufwendig
verarbeitet, im Konzept allerdings mehr auf Komfort als auf seglerische Performance gestrickt....da fallen die qualitativen Unterschiede im Vergleich zum „französischen Yoghurtbecher“ schon
deutlich ins Auge.....Budget-Unterschiede mal ganz außen vor! Dennoch.....gerne kehrt Skip auch auf Big Bully zurück, die Sirius wäre doch nicht so ganz sein Traumboot.
An Bord wird gekocht und noch etwas gelesen....dann geht es in die Koje.
Mo 12.07.2010:
Morgens regnet es....aber so richtig kräftig! Mit dem Aufstehen hat man es deshalb gar nicht eilig. Nach dem Frühstück hört der Regen endlich auch auf, mit dem Banana tuckert Skip gen
Cowes.
Längs der Waterline geht es per pedes weiter, die kleine Wanderung belohnt mit tollen Ausblicken auf den Solent und die Sommerhäuser am Ufer.
Draußen toben sich 2 Extreme-40-Cats aus, für optische Abwechslung ist also gesorgt. In der nächsten Ortschaft gibt es eine kleine Stärkung, danach geht es (inzwischen bei Sonnenschein!) zurück
nach Cowes.
Erst so gegen halb sechs tuckert das Banana wieder zurück zu Big Bully, der brav am Anker gewartet hat.
Teatime...Abendessen....Lesen....das war´s dann für heute.
Di 13.07.2010:
Der heutige Dienstag gibt sich ganz in Grau.....wenig Wind, viele Wolken, ab und an Regen......der Solent macht es so Skip nicht allzu schwer, morgen schon adieu zu sagen...Wolfgang und Henning
Struve kommen nun am Freitag in Dover an Bord.....bis dahin muß Big Bully dort sein!
Mit dem Banana geht es nochmals rüber nach Cowes, e-mails checken und loslassen, das war dann auch schon alles was es zu berichten gibt.
Halt doch nicht ganz: als der Passagierdampfer Queen Mary II am Abend vorbeidampft kommt Big Bully im Schwell wieder mal mächtig ins Geigen....und wieder mal schwappt der Teebecher
über....Sauerei!
Mi 14.07.2010:
Skip fällt weit vor Sonnenaufgang aus der Koje, entsprechend früh geht der Anker hoch, bei schönem SO mit 15 bis 20 kn rauscht Big Bully aus dem Solent. Es wird eine schnelle Reise, mit bis zu
10,5 kn Speed über Grund! (ok, ein bisschen Schiebestrom war schon dabei)
Bereits kurz nach Mittag läuft Big Bully in die Einfahrt zur Marina Brighton, dank helfender Hände klappt auch das Anlegen am Steg ohne Probleme.
Chrischans „Kumpeline“ Julie wird später vorbeischauen, sie absolviert gerade ein Auslandsstudium hier in Brighton, wir werden gemeinsam kochen und klönen...da freut sich Skip drauf!
Morgen geht es weiter Richtung Dover....von dort meldet sich Skip wieder.
Do 15.07.2010:
Der Abend mit Julie war sehr nett und unterhaltsam.....Julie ist bekanntlich ja alles andere als langweilig!
In der Nacht fängt es an so richtig zu wehen, am morgen ist ganz schön was los in der Marina. Der Wind steht aus SW, er drückt Big Bully mit aller Macht an den Schwimmsteg. Skip bringt alle
Fender aus, die an Bord zur Verfügung stehen, es quietscht und scheuert dennoch ziemlich unangenehm. Doch so richtig machen kann man da nichts, es heißt abwarten und hoffen, dass es nicht noch
heftiger kommt.
Schließlich macht sich Skip auf den Weg am Ufer längs der Waterline ins Zentrum von Brighton. Die Strandpromenade ist schon eine Schau, auch wenn die Stadt dringend mehr zur Instandhaltung der an
sich sehr schönen Geländer und Anlagen investieren sollte. Schon etwas am Verwelken die Schönheit der Strandpromenade Brightons,.die Glanzzeiten sind ja wohl auch gewesen!
Den Abschuss macht hier die berühmte Brighton Pier....auf der hat sich nun wirklich popeliger Vergnügungspark etabliert....Kirmes auf Stelzen im Wasser!
Doch Brighton hat auch wirklich seine Highlights: das verwinkelte Viertel hinter dem Pier mit vielen Boutiquen, Kneipen, Lokalkolorit, der Royal Pavillion....der hat was vom Tatsch Mahal...so
richtig geschrieben??
Zurück geht es oben auf der Promenade....mit tollen Ausblicken auf die wellenumtosten Wellenbrecher der Marina!
Am Abend wird es deutlich ruhiger, Zeit um die morgige Abfahrt vorzubereiten: in einem Rutsch wird es bis nach Dover gehen.
Fr 16.07.2010:
Schon um 5 macht sich Skip daran, Big Bully auslauffertig zu machen. Das Ablegen wird zur Zitterpartie, der Wind steht schräg auf den Steg, Big Bully liegt luvseitig, wird also vom Wind an den
Steg gedrückt. Das Kunststück besteht nun darin, den Bug weit genug vom Steg zu drücken, um dann beim Vorwärtsfahren klar vom Heck des Vordermannes zu bleiben. Mit einer Achterspring und
Abdrücken versucht es Skip, drei Anläufe braucht er, dann klappt es....uff!
Es wird eine Rauschefahrt von Brighton nach Dover, der Wind weht frisch von Achtern, die Sonne lacht vom Himmel....was will der Segler mehr?
Die Einfahrt in den großen Hafen von Dover wird nochmals spannend, es steht ein unglaublicher Querstrom, der Big Bully extrem seitlich versetzt, Skip muß mit voller Maschinenleistung dagegen
halten um durch die Einfahrt reinzurutschen. Erst mal drin klappt dann das Einparken in die Box der geschützten Marina bestens.
Big Bully wird entsalzt, dann stehen auch schon Vater und Sohn Struve am Tor....die neuen Mitsegler bis Kiel.
Mit Begrüßungsumtrunk, Einräumen der Kabinen und Nachtessen vergeht der Rest des Tages.
Sa 17.07.2010:
Wolfgang konnte seiner Ankündigung nicht gerecht werden: wir schliefen alle trotz seiner Schnarcherei himmlisch!
Nach ausgiebigem Duschen und Frühstück machen wir uns auf den Weg, die Innenstadt von Dover zu erkunden. Die Waterline ist restauriert bzw. wird derzeit, etwas weiter hinten sieht es allerdings
schon ganz anders aus, hier wird deutlich, dass Dover schon bessere Zeiten gesehen hat.
Wir marschieren hoch zum Castle, schließen uns einer geführten Tour durch die Tunnelanlagen in den Dover Cliffs an. Schon beeindruckend was für ein verzweigtes Tunnelsystem hier erschaffen wurde.
Hospital, OP- und Kommando-Zentren, Unterkünfte etc. alles war vorhanden, genutzt vor allem im II-Weltkrieg.
Weiter geht es den Berg hoch zum Dover-Castle, einer imposanten Burganlage. Auch hier hat der English Heritage Fund ganze Arbeit geleistet:
Der große Turm ist nahezu original wiederhergestellt, mit Inventar und allerlei optischen und akustischen Animationen. Sogar eine lebende Ausgabe von Kig Henry II sitzt im Wohngemach am
Kaminfeuer und steht Rede und Antwort!
Wir überfallen noch einen Supermarkt, schleppen die Beute an Bord, dann wird gekocht, gegessen und los geht es.......Big Bully verlässt Engeland in Richtung Heimat. 3 bis 4 Tage werden wir
durchsegeln, nächste Haltestelle Helgoland. Bis dann!
…weniger lesen
Best of Bilder vom 6. Juli bis 14. Juli 2010:
Bilder aus Brighton von Donnerst, 15. Juli 2010:
Bilder von Freitag, 16. Juli 2010:
Bilder von Samstag, 17. Juli 2010:
Mittwoch, 05. Juli 2010:
Und mal wieder ist eine kleine Ewigkeit seit dem letzten update vergangen... die Ausrede diesmal? :) Naja, ich hoffe Ihr verzeiht mir! :) Big Bully
ist auf jeden Fall inzwischen gut und sicher in England angekommen und geniesst während wir in Deutschland 36 Grad genießen den landesüblichen "Schnürlregen"... Wie die Fussballmannschaft, so das
Wetter... ;) Nach Falmouth und Plymouth stand bereits Alderney, eine der "Kanalinseln" auf dem Tourismus Programm. Derzeit befindet sich der Skip aber bereits wieder in Cowes wo er nun die Cowes
Classic Week bis zum 24.6. miterleben möchte. Ab dem 24. Juni soll es dann in mehr oder weniger einem Rutsch von England nach Kiel gehen. FÜR DIESE STRECKE SUCHEN WIR NOCH MITSEGLER! Also wer um
den 24. Juli ein wenig Freizeit hat (ca. 1-2 Wochen) hat die Chance Big Bully auf seinen letzten Meilen unserer großen Reise mitzuerleben! Bei Interesse, bitte melden!! Soweit der aktuelle Stand
im Schnelldurchfahren, für alle die es genauer wissen möchten, die Tagesbericht....
Mehr lesen...
Freitag, 25. Juni 2010: Tag 6
Nach Mitternacht zieht es zu und beginnt zu regnen, wir ziehen unverändert unter Gennaker unsere Bahn durch die Nacht.
Morgens dreht der Wind auf NW...und schläft ein. Bei unschönem Nieselregen bergen wir den patschnassen Gennaker, er wiegt in seinem Bergeschlauch beim Einsacken wohl das Doppelte wie trocken. Wir
verziehen uns unter Deck, schalten die Heizung an, frühstücken in aller Ruhe während Big Bully unter Motor und Autopilot Richtung England tuckert.
Von Westen her klart es langsam auf, später lacht sogar wieder die Sonne vom Himmel. Es kommt ein leichter Wind auf, wir setzen den Gennaker und ziehen mit rund 6 kn unsere Bahn....wenn auch bei
der aktuellen Windrichtung nicht wie gewünscht direkt gen Falmouth sondern nur so auf Höhe Brest.
Gegen 13:30 Uhr passiert uns in etwas über einer sm in Luv der Bananendampfer Dole Europa, wir wünschen uns gegenseitig per Funk eine gute Reise.
Gegen 16 Uhr bergen wir den Gennaker, Groß und Genua werden gesetzt, hinter uns passiert ein Fischtrawler, begleitet von einem kleineren Fangboot.
Die Daten von heute, 18 Uhr:
Tagesetmal lt. Logge 128 sm (leider wieder recht bescheiden)
Position 46 18,46 N 13 24,05 W
COG 060 Grad Speed aktuell 6,1 kn
Direkte Distanz nach Falmouth noch ca. 430 sm
Nachher wird Micha, der Küchenchef, die erste Portion des gestern gefangenen Thunas in ein Festessen verwandeln....bin sehr gespannt!
Schönen Abend wünscht die Big Bully Crew
Samstag, 26. Juni 2010 Tag 7
Nachtrag zum gestrigen Festessen: Der Thuna wurde in der Pfanne beidseitig kurz angebraten, so dass sein Fleisch in der Mitte zwar warm aber noch nahezu roh war. Innen Sushi, außen
durchgebraten....mega-lecker!Dazu gab es ein Curry-Früchte-Chutney und Bratkartoffeln......köstlich!!! Big Bully mutiert zum Feinschmecker-Treff.
Heute morgen dann Bedingungen fast wie beim Passat-Segeln....achterlicher Wind, Genua ausgebaumt, der Himmel blau mit kleinen Haufenwölkchen. Nur dass der Wind deutlich schwächer als unter
idealen Passatbedingungen ist und dank Dünung die Segel entsprechend nervig schlagen.
Irgendwo knackt und quietscht da im Rigg etwas, das Skip noch nicht orten kann.....aber nach Ölung und Schmierung aller denkbaren Stellen hat er die Ursache: die untere Aufhängung des
Baumniederholers brauchte seine Zuwendung!
Der Wind nimmt im Verlauf des Tages zu, die Wellenberge höher...nun sind es also doch passatgleiche Verhältnisse...Micha staunt nicht schlecht über die Höhe und Weite der Wellen, über die
Geigerei vor dem Wind.
Heute verzeichnen wir deutlich mehr Schiffskontakte als bisher...der Eingang zum englischen Kanal rückt näher!
Die Daten von heute, 18 Uhr:
Tagesetmal lt. Logge 133 sm
Position 47 34,32 N 10 41,06 W
COG 065 Grad Speed aktuell 6,5 kn
Direkte Distanz nach Falmouth noch ca. 265 sm
Wir wünschen Euch einen schönen Abend und dann eine gute Nacht
die Big Bully Crew
Sonntag, 27. Juni 2010
Wieder einmal verabschiedet sich der Wind nach einer tollen Vollmondnacht in den frühen Morgenstunden. So wird eben die Maschine gestartet, wir brauchen ohnehin Strom für das Nachladen der
Batterien und warmes Wasser für die anstehende Dusche wollen wir ja auch.
Ob das allerdings bei diesen Windverhältnissen mit der Ankunft morgen in Falmouth was wird.....knapp wird es jedenfalls, wir wollen ja bei Tageslicht einlaufen!Der Wind bleibt flau, wir motoren
durch den Tag. Immerhin lacht die Sonne vom blauen Himmel...so herzhaft, dass wir sogar das Bimini aufklappen müssen!
Gegen 13 Uhr kommt schräg von BB ein Fischtrawler auf uns zu, passiert hinter uns und dreht wieder auf uns zu. Es wird uns ob dieser ungewöhnlichen Manöver etwas mulmig.....was will der
eigentlich??? Man hörte ja schon von Frachtschiffen, deren Brückenbesatzung offenbar Spaß daran fanden, Segelyachten zu jagen.....das fänden wir nun gar nicht spaßig!
Der Fischtrawler überholt uns in ca. 100 m Entfernung, wir funken ihn an, er gibt sich als Franzose zu erkennen. Wir wünschen ihm in seiner Sprache einen schönen Tag, er wünscht uns dies
auch...und dreht kurz darauf wieder direkt auf uns zu.....aber jetzt! Kurz darauf rasseln Ketten, er lässt sein Schleppnetz am Heck raus...offenbar sind wir direkt über den Fischschwarm
getuckert, den er wohl auf seinem Sonar ausgemacht hatte und den er nun abfischen will. Wir entspannen uns.....dies aber nur für einige Momente, denn nun sehen wir uns mit einer anderen
Herausforderung konfrontiert: um uns herum schwimmen kleinere und größere Knäuel. Was zuerst aussieht wie Seetang entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Reste von Schleppnetzen. Und was für
Mengen dieser Knäuel da rumschwimmen! Dazwischen dann auch einige Paletten....wir sind gezwungen Zickzack zu fahren um all dem Mist auszuweichen. Unglaublich wie lässig hier seitens der Fischer
vorgegangen wird......wehe, wir wären da in der Nacht reingekommen.....das hätte unter Garantie mehrfach sauberen Kuddelmuddel in der Schraube ergeben! Ein zweiter Fischtrawler quert unseren
Kurs, er antwortet erst gar nicht auf unseren Funkanruf....wahrscheinlich ahnt er, dass wir ihn wegen der Sauerei mit den Netzresten anmachen möchten. So tuckern wir weiter Richtung Falmouth und
hoffen, dass wir in der kommenden Nacht nicht doch noch über Netzmüllhalden stolpern.
Die Daten von heute, 18 Uhr:
Tagesetmal lt. Logge 138
Position 48 40,80 N 07 38,70 W
COG 052 Grad Speed aktuell 6,7 kn
Direkte Distanz nach Falmouth noch ca. 135 sm
Wenn alles so weiter läuft, dann dürften wir morgen so um die gleiche Zeit
in Falmouth einlaufen.
Jetzt gibt es aber erst mal die zweite Thuna-Portion....bin gespannt, welche Komposition sich der Küchenmeister ausgedacht hat....wir berichten morgen.
Bis dann...es grüßt die Big Bully Crew
Montag 28.06.2010: Tag 9
Wir hatten eine helle Nacht, der Mond stand kugelrund am Himmel. Leider blieb der Wind aus, so mussten wir auch die Nacht durchmotoren. Erst am Vormittag kommt Westwind auf, wir setzen den
Gennaker am Spibaum und genießen die wunderbare Ruhe des Segelns.
Am frühen Nachmittag runden wir Lizard Point, bekannt als Ziel vieler Transatlantikrennen. Bis Falmouth sind es nun nur noch wenige sm, am späten Nachmittag laufen wir in das weitläufige
Hafenareal ein und gehen für heute erst einmal vor Anker.
Morgen suchen wir uns dann einen Marinaplatz.
Jetzt wird erst mal die Ankunft mit einem Arrival-Drink begossen, dann gibt es was zum Essen und recht bald geht es ab in die (endlich wieder mal ruhige!) Koje.
Mittwoch, 30. Juni 2010
Der Küchenchef schläft heute mal so richtig aus....erst um halb elf kann das Banana zum Landgang ablegen.Skip besorgt sich in einem Elektronikladen ein Headset um endlich vernünftig über Skype
kommunizieren zu können, bringt anschließend Wäsche zur Laundry, dann geht es ab ins National Maritime Museum Cornwall.
Der Küchenchef sucht dagegen die öffentliche Dusche auf, um nicht nur lauwarm an Bord Big Bully duschen zu müssen.
Das Maritime Museum ist architektonisch eine Schau, von den Ausstellungsstücken her kann es nicht so ganz überzeugen. Skip ist zugegeben anspruchsvoll....ein Vergleich mit dem neuen Museum in
Hamburg (hier hat der in Insiderkreisen bekannte Herr Tamm seine Sammlung eingebracht....wirklich sehenswert!!!) ist auch wirklich hart.Nett ist hier in Falmouth, wie sie Schulklassen die
maritimen Themen spielerisch näher bringen.Man trifft sich anchließend wieder um an Bord Big Bully die Teatime einzuläuten.
Später findet sich dann auch Hannes an Bord ein, gemeinsam lassen wir uns den vom Küchenmeister lecker zubereiteten Salat munden, die als Hauptgang servierten Käsespätzle sind auch gut, können
aber ganz offen gesagt nicht mit denen, zubereitet von der leider nicht anwesenden Bootseignerin mithalten. Sorry!!
Donnerstag, 01. Juli 2010
Heute wird früh aufgestanden...wir haben ein volles Programm! Wir setzen über an Land und marschieren hinaus zum Pendennis Castle.
Burg Pendennis ist eine der besten Küstenfestungen aus der Zeit Heinrichs VIII (1509-1547) Sie war mehr als 400 Jahre im Einsatz, bis zu den Zeiten des 2. Weltkrieges, als hier eine Flakbatterie
die in der Flussmündung zusammengezogenen Geleitzüge für den riskanten Atlantiktransport bewachte.1538 hatte sich König Heinrich VIII durch seine Scheidung von Katharina von Aragonien und den
darauffolgenden Bruch mit der römischen Kirche in eine bedenkliche Lage gebracht. England musste mit einer Invasion der Franzosen und der Niederländer rechnen, was die Befestigungen der Häfen an
der Kanalküste zu einem dringlichen Unternehmen machte. Die daraufhin gebauten Küstenfestungen und Blockhäuser reflektierten die kriegstechnischen Neuerungen dieser Zeit: die viel
leistungsfähigeren schweren Geschütze.
Obwohl die Formen dieser Befestigungsanlagen verschieden sind, zeichnen sie sich doch alle durch ihren massiven Bau und ihre niedrige Anlage aus. Die Geschützstände sind auf mehreren Ebenen
angelegt und beherrschen somit ein weites Schussfeld. Mit dem Bau der Burg Pendennis wurde 1540 begonnen, zur gleichen Zeit errichtete man eine kleieren näher am Strand gelegene Festung, die
Feste „little Dennis“ (Klein-Dennis). Anfänglich bestand die Festung aus einem runden zweistöckigen Bergfried mit Küchenräumen im Kellergeschoß, aber schon sehr bald danach wurde ein vieleckiger
Geschützstand mit einer Schutzmauer angebaut und einige Jahre später ein Quartier für den Festungskommandanten.1596 war England wieder der Gefahr einer Invasion ausgesetzt, dieses Mal war es eine
zweite spanische Armada, die Königin Elisabeth I dazu veranlasste die Burg mit Bastionen und Schutzwällen zum Auffangen des Kanonenfeuers auszustatten. Als die Burg dann 50 Jahre später, während
des Englischen Bürgerkrieges von Parlamentstruppen belagert wurde, erwiesen sich diese Befestigungsanlagen als sehr zweckmäßig. Im März 1646 hatten die Königstreuen den Krieg verloren und König
Karl I war schon Gefangener der Schotten. Der Kommandant von Pendennis, John Arundel, gab jedoch nicht auf und hiel die Burg noch fünf Monate länger, solange bis die Beatzung ausgehungert war.Im
Gegensatz zu vielen anderen Festungen blieben die Befestigungsanlagen in Pendennis auch nach ihrer Eroberung erhalten, weil die Falmouth-Bucht ein wichtiger Ankerplatz für die englische Flotte
war. Während der nächsten 300 Jahre wurden die Anlagen immer wieder zeitgemäß aufgerüstet , 1894 stellte man z.B. neue leistungsfähigere Geschütze auf und im frühen 20. Jahrhundert wurde ein
großer Kasernenblock errichtet, in dem heute die Jugendherberge, ein Restaurant und ein Bildungszentrum untergebracht sind.
Soviel also zu Pendennis Castle....gemäß einer Infoschrift, die wir beim Besuch der Anlage erhielten. Der Rundgang war für uns ein tolles Erlebnis, zumal da viele Einrichtungen in bemerkenswerter
Form mit akustischen und optischen Animationen versehen sind: es ist schon eine Schau, wenn eine Geschützformation mit Pulverdampf, viel Geschrei und mächtigem Rumser ihre Kanone abfeuert!
Zurück am Anlegeplatz unseres Bananabootes müssen wir leider feststellen, dass man uns mitten in der teuren Supermarina unseren Ersatzkanister aus dem Bötchen geklaut hat....das war uns in der
ganzen Zeit in der Karibik nicht passiert!Wir gehen noch an die Dieselpier, füllen Diesel- und Wassertanks, dann geht es bei Nieselregen hinaus....Richtung Plymouth. Die Überfahrt findet bei
leider ziemlich miesem Wetter statt, Schnürlregen und kaum Sicht....schade!
Die Einfahrt nach Plymouth gestaltet sich interessant...zusammen mit mehreren Fregatten der Navy laufen wir ein und suchen uns unseren Weg durch das verzweigte, bestens ausgetonnte Fahrwasser bis
zum angepeilten Ankerplatz. Hier bleiben wir und erobern erst morgen Plymouth.
Die Heizung wird zum ersten Mal seit langer Zeit angeworfen, wir machen es uns gemütlich......bis dann!
herzliche Grüße von der Big Bully Crew
Freitag, 02. Juli 2010
Mit dem Banana tuckern wir quer über das Hauptfahrwasser hinüber zur Mayflower Marina, von dort geht es zu Fuss Richtung Plymouth Innenstadt.Wir sind einigermaßen entsetzt über die nicht sehr
ansehnlichen Stadtviertel, die wir durchqueren...bis auf einige noble Neubauten alles heruntergekommen bzw. schrottig!
Erst vorn an der Waterline finden wir ein schönes Areal, den Park „Plymouth Hoe“ in dessen Mitte der alte, nach dem Abriss auf Eddystone hier wieder aufgebaute Leuchtturm „Smeaton´s Tower“ steht.
Selbstverständlich erklimmen wir nach der Mittagspause diesen Leuchtturm!
Weiter geht es in die eigentliche Innenstadt.....wir können es nicht fassen: das hier ist alles Architektur der 50er Jahre, Honneker hätte seine helle Freunde an den Gebäuden, die aussehen wie
die, die Skip in seiner Jugend als Fallerhäuschen für die Eisenbahn baute. O je....es ist sehr viel zu tun, um Plymouth zu einer modernen, sehenswerten Stadt zu machen!! Zurück an Bord legen wir
ein Tee-Päuschen ein, dann setzen wir nochmals über zur Insel vor der wir ankern. Diese Insel oder Halbinsel ist nun wirklich zauberhaft in der Abendsonne, viel Grün, ein imposantes Herrenhaus
auf der Anhöhe...das hat was!Wir genießen den Sonnenuntergang im Cockpit und schon recht bald geht es in die Koje...wir möchten morgen früh aufstehen und loskommen um noch bei Tageslicht auf der
Kanalinsel Alderney anzukommen.
Samstag, 03. Juli 2010
5 Uhr, noch vor Sonnenaufgang, geht der Anker hoch....los geht´s Richtung Alderney.Nach Sonnenaufgang frühstücken wir im Cockpit, leider hat es keinen Wind und so wird
motort....motort....motort.
In den Zwangswegen ist allerhand los, dicke Frachter, Öltanker, Fischer....Das Wetter bleibt sonnig, ohne Wind.
Vor Alderney erwischt uns dann voll der Ebbstrom, wir kämpfen uns mit 2000 U/min gegen rund 3 Knoten Strom voran, die letzten sm bis zur Hafeneinfahrt ziehen sich entsprechend.
Eine Katamaran-Schnellfähre kreuzt unseren Kurs mit über 38 kn Speed, na den Dingern in der Nacht und bei Nebel zu begegnen dürfte auch nicht besonders lustig sein!
Kurz nach 8 Uhr schlüpfen wir in die weitläufige Hafenbucht von Braye/Alderney und gehen an einem netten Plätzchen vor Anker. Wir speisen unter Deck, oben ist es doch empfindlich kühl. Bald geht
es in die Kojen, immerhin sind wir ja seit 5 Uhr auf den Beinen!
herzliche Grüße von der Kanalinsel Alderney
die Big Bully Crew
Sonntag, 04. Juli 2010
Wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein! Nach dem Frühstück geht es mit dem Banana an den Strand. Dass es hier im inneren Hafen ein super Dinghi-Dock gibt merken wir erst später. Beim
Hafenmeister klarieren wir ein, wir mieten Fahrräder und los geht es: gegen den Uhrzeigersinn rund um die Insel! Wir sind ganz hin und weg von den spektakulären Ausblicken, von den Felsen, von
den Kaps, von den Strömungen rund um die Kaps, von den vielen Forts und Festungsanlagen. Alderney war über die Jahrhunderte schon immer gespickt mit Festungsanlagen, zuletzt waren es die Germans,
die Alderney als Teil des Atlantikwalles zum Schutz vor einer Invasion stark befestigten. Bunker ohne Ende, viele davon noch recht gut erhalten, manche sogar begehbar...hier holt einen die
Vergangenheit auf Schritt und Tritt ein! Wir sind fast rum um die Insel...da macht es pffffff....und das Hinterrad von Skip´s Bike ist platt. Shit! So muss der Skip quer über die
(glücklicherweise!) kleine Insel sein Fahrrad zurückschieben....he is not amused! Als Ausgleich und Trostpflaster gibt es ein Bierchen an der Waterfront, dann geht es zurück an Bord zur Teatime.
Morgen früh wollen wir wieder aufbrechen, zurück über den Kanal nach England, der Solent ist unser Ziel!
Grüße aus Alderney
die Big Bully Crew
Montag, 05. Juli 2010
Es geht wieder recht früh los, kurz vor 5 Uhr rasselt die Ankerwinde!
Bei anfänglich müdem, später auffrischendem Wind queren wir den Kanal, wie immer bei recht lebhaftem Schiffsverkehr ein kurzweiliges Vergnügen.
Am Nachmittag passieren wir die Needles, die Enge an der Einfahrt zum Solent...spektakulär!!
Weil es so schön läuft segeln wir weiter bis Cowes, dem Mekka der Segler. In der Marina Cowes Yacht Haven finden wir einen Platz am Schwimmsteg...was wollen wir mehr? Uns gegenüber liegt die
Mariquita, eine seglerische Antiquität der Extraklasse.
Morgen früh werden wir uns in Cowes umschauen, dann soll es rüber nach Plymouth gehen. Dort liegt die Victory, Nelsons Flaggschiff...Skip ist sehr gespannt!
…weniger lesen
Bilder von der Kanalinsel Alderney:
Freitag, 25. Juni 2010:
Das Einstieg in das Arbeitsleben von Christian und die Kieler Woche fordern ihren Tribut: Nach einer längeren Updatepause gibt es nun aber endlich
zumindest einmal die Berichte von See der letzten Tage. Big Bully befindet sich derzeit auf dem Weg von den Azoren nach England und kommt soweit gaz gut voran, mehr zu den Erlebnissen
unterwegs...
Mehr lesen...
Sonntag, 20. Juni 2010: Tag 1
Hey Ihr Lieben,hier nun die erste Meldung per SkyFile-mail:
Position
38 30,1 N 24 46,7 W
COG 30Grad Boatspeed ca. 6 kn
gerade besuchten uns mehrere Delfine...einen Wal haben wir heute auch schon ganz aus der Nähe gesehen!
Logbuch vom Tage:
Leider verabschiedet und Sao Miguel mit miesem Wetter, die Wolken hängen tief und es nieselt. Dazu ist es windstill. Wir füllen noch die Wassertanks, kurz nach 7 Uhr legen wir ab und verlassen
die Marina Punta Delgada. Unter Maschine geht es ostwärts, längs der Südküste. Gegen 10 Uhr haben wir das südöstliche Inselende erreicht, gegen 12.30 Ortszeit passieren wir Noreste, damit das
nordöstliche Kap....jetzt geht es hinaus auf See Richtung England!Auch die Sonne zeigt sich wieder, schöner Wind aus West, wir laufen auf Kurs 13 Grad mit ca. 7,5 kn. Wir passieren in ca. 30 m
Abstand einen dicken Wal, der ganz gemächlich seine Bahn zieht und sich von uns überhaupt nicht stören lässt. Was wohl passiert, wenn wir in der Nacht auf so einen Koloss draufbrummen?? Lieber
nicht darüber nachdenken.So um 16 Uhr UTC passiert in rund 1sm Abstand vor uns das Kreuzfahrtschiff Explorer.
Erst nach Anruf per VHF aktiviert es sein AIS-Signal....böser Bube...das ist gar nicht nett! Micha, der Mitsegler, kämpft etwas mit der Seekrankheit, er opfert ab und zu Neptun ein Stückchen vom
Snikers-Riegel des Vormittags.Wir düsen mit 7,5 kn weiter durch den nun traumhaft sonnigen und warmen Nachmittag.
So das wär´s dann für heute....bei uns ist alles ok....einen schönen Abend und dann eine gute Nacht....bis morgen!
Skip
Montag, 21.Juni: Tag 2
Der Tag beginnt mit grauem Nieselwetter, immerhin hält der Wind durch.Zum Frühstück bereitet Skip eine gute Portion Rührei, das verträgt nun auch der Mitsegler Micha schon wieder. Das Wetter
bessert sich im Lauf des Tages, am frühen Nachmittag dreht der Wind auf NW, es klart auf und die Sonne brennt herrlich vom Himmel.Micha wirft erneut die Angel aus....und wie gestern schon
interessieren sich auch heute die Sturmvögel für den dicht unter der Oberfläche gezogenen Köder. Die Flattermänner fliegen einen Angriff nach dem anderen und dann passiert, was eben gestern auch
passierte: einer verfängt sich mit dem Flügel in der Angelleine und so haben wir den Vogel am Haken! Die nun folgende Prozedur ist nichts für Vogelfreunde....wir müssen den armen Flattermann zu
uns herankurbeln, er zappelt natürlich jämmerlich und leidet sicherlich Höllenqualen....doch es nützt nichts, wir müssen an den Vogel ran, ihn packen und dann versuchen, die um den Flügel
getörnte Angelschnur frei zu bekommen ohne den Vogel zu verletzen. Gestern mussten wir dem Vogel letztlich mit dem Messer die äußerste Flügelspitze kappen, heute klappt es besser. Wir entlassen
ihn in die Freiheit, ziemlich benommen schüttelt er sich und erhebt sich wackelnd wieder in die Lüfte....uff!Die Lust auf Angeln ist nun aber auch uns erst mal vergangen.Ansonsten verläuft der
Tag optimal, Big Bully düst durch den Atlantik! Hier die stolzen Daten des Tages, Stand heute 18:00 Uhr:
Tagesetmal 172 sm
Position 41 04,42 N 23 44,96 W
COG 22 Grad Speed aktuell 6,4 kn
Direkte Distanz seit Nordeste Sao Miguel ca. 210 sm Direkte Distanz nach Falmouth noch ca. 970 sm Ankunft (wenn es so weiterläuft!!) Montag oder Dienstag nächster Woche So darf es
weitergehen.....jetzt wird aber erst mal gekocht....endlich wieder eine warme Mahlzeit! Herzliche Grüße für heute von Bord Big Bully!
Di 22.Juni 2010: Tag 3
Die Nacht ist wolkenverhangen, dunkel, leider kein Sternenspektakel wie in der vorhergehenden Nacht. Der Wind bläst etwas verhaltener, steht aber durch. Ansonsten gibt es keine Kontakte oder
besonderen Vorkommnisse.
Auch der Vormittag sieht trübe aus, gegen 11 Uhr passiert uns in rund 2 sm Entfernung ein großer Containerfrachter. Dann reißt der Himmel auf, bald haben wir blauesten Himmel, die Sonne lacht
herunter.
Leider schwächelt der Wind, am Nachmittag müssen wir sogar eine Weile motoren. Ein größerer Wal bläst in relativ geringer Entfernung, wir verzichten allerdings darauf, ihn zu verfolgen....soll er
seine Ruhe haben.
Zur Teatime kommt wieder Wind auf, unter Segel ziehen wir bei gemächlicher Fahrt weiter gen England. Es wird wohl eine ruhige, sternenklare Nacht.Die Daten von heute 18 Uhr:
Tagesetmal lt. Logge 164 sm
Position 42 49,41 N 21 11,95 W
COG 053 Grad Speed aktuell 5,5 kn
Direkte Distanz seit Nordeste Sao Miguel ca. 350 sm Direkte Distanz nach Falmouth noch ca. 810 sm
liebe Grüße von der Big Bully Crew
Do 24.Juni 2010: Tag 5
Nach mondheller Nacht und wunderschönem Sonnenaufgang verabschiedet sich der Wind.....Skip packt die Segel ein und wirft den Radakel an. Der Atlantik so platt und glatt wie der Bodensee an einem
heißen Augusttag...wenn nicht die Dünung wäre, die Big Bully hübsch geigen lässt. Es sieht nicht danach aus, als ob demnächst wieder Wind käme.....
Am frühen Nachmittag dreht der Wind auf SW, wir versuchen es mal mit dem Gennaker, den wir an Steuerbord ausbaumen. Groß und Gennaker stehen bei dem leichten Wind und der in Relation dazu hohen
Dünung nur unruhig, aber es geht und bringt immerhin etwas über 4 kn Fahrt.
Seit Tagen treffen wir auf große Mengen im Wasser treibender Gebilde, die wir nicht so recht einordnen können....Skip nennt die Dinger „Atlantik-Flummis"...sie sind kugelrund und sehen irgendwie
„zottelig“ aus.
Mit der Schlagpütz holen wir endlich so ein Ding raus und unterziehen es einer zoologischen Untersuchung: eindeutig den Muscheltieren zuzuordnen: eine Vielzahl von kleineren Muscheln sind jeweils
mit einem Rüssel mit dem fleischigen Zentrum des Flummis verbunden......also ein Lebewesen oder ein Konglomerat einzelner Lebewesen?? Skip tippt auf ein Lebewesen. Vielleicht weiß ja einer aus
der Runde die Antwort....Bilder folgen dann noch. Hatte unser Wetterfrosch nicht was von 3 Windstärken vorhergesagt?? Na ja, mehr als 2 werden es am Nachmittag nicht mehr, das Groß muß dann auch
weg, weil das Schlagen unerträglich wird. Sollte es weiter abflauen, stünde uns eine Radakel-Nacht bevor...tolle Aussichten, juhu! Die Daten von heute, 18 Uhr:
Tagesetmal lt. Logge 125 sm müde!!!!
Position 45 18,69 N 16 08,80 W
COG 066 Grad Speed aktuell 4,6 kn
Direkte Distanz nach Falmouth noch ca. 540 sm
so das wär´s wieder mal für heute Ihr Lieben, Skip ist gespannt, was der Küchenmeister heute so Leckeres auf den Cockpittisch zaubert.
liebe Grüße von der Big Bully Crew
…weniger lesen
Montag, 14. Juni 2010:
Montag, 14. Juni 2010: Erwartungsgemäß läuft es ohne Christian an Bord nicht ganz so gut: Big Bully ist noch ein wenig traurig und hat einen großen
Klos in der Diesel Leitung... worauf der Motor streikt. Das Logbuch von Henning weiß genaueres...
Mehr lesen...
Do 10.06.2010:
Das Wetter zeigt sich wieder von der besten Seite, der Pico ist frei und grüßt majestätisch herüber. Schade....den hätten wir ja schon gerne bestiegen...sollte wohl nicht sein. Wir hoffen, heute
wieder den reparierten Plotter zurückzubekommen, so dass wir morgen aufbrechen können. Leider müssen wir feststellen, dass Feiertag ist....aus die Maus mit dem Plotter....leider doch erst am
Freitag! Am späteren Nachmittag unternehmen Skip und seine Liebe einen kleinen Wanderausflug hinauf zum Kirchlein auf dem vorgelagerten Felsen...schöne Ausblicke auf Horta belohnen die kleine
Mühe. Zurück an Bord essen gibt es wieder lecker Essen.
Fr 11.06.2010
Tatsächlich hat es geklappt mit dem Plotter, er funzt nach dem Einbau und dem Entsperren einer verklemmten Taste....uff! Holger schafft es noch, die vergessene Schutzkappe zurückzuholen...nun ist
die Welt wieder in Ordnung.
Um 19 Uhr gehen wir lecker essen im Eckrestaurant, in dem alle Gerichte auf dem persönlichen heißen Stein selbst zubereitet werden. Mixer spezial heißt die Kombi aus Fisch, Crevetten und
Filetfleisch, die wir schön zubereitet auf einer Platte serviert bekommen. Am Nebentisch sitzen Sönke und Judith von der Hippopotamus, zusammen mit Wolfgang und Anne von der großen Najad.
Sie feiern Abschied voneinander, Wolfgang segelt auch morgen weiter...er aber solo und direkt nach Falmouth.
Voll-gesättigt und gut abgefüllt verholen wir uns nach einem Verdauungsspaziergang wieder an Bord. Noch ein Absacker, dann ist es high time für die Koje.
Sa 12.06.2010
Früh um 5 Uhr treibt es Skip aus der Koje...wir wollen los! Doch vor dem Start heißt es nochmals, den Anker zu klarieren, er hat sich am Grund unter eine große Kette geklemmt. Ohne Neo und
Schnaufinsel geht Skip runter...schnell ist der Anker klar.und dem Skipper kalt! Wir verlassen Horta, motoren rüber nach Pico. Windstille. Plötzlich fällt die Maschine in der Leistung ab....die
Vermutung, dass der Dieselfilter verstopft ist bestätigt sich. Nach dem Filterwechsel geht es weiter, zuerst noch unter Maschine später bei aufkommendem Wind unter Segel. Vor der grünen Küste von
Sao Jorge kreuzen wir gegen den Ostwind an. Wir runden das pittoresque Ost-Kap der Insel, dann verlässt uns der Wind. Wieder müssen wir motoren....mehr als 1600 U/min bringt der aber Radakel
nicht. Zum gefühlsmäßigen Ausgleich fangen wir dafür einen Tuna, so richtig proportioniert für 4 Personen. Noch vor Terceira verlässt uns dann die Maschine endgültig....merde! Wir setzen erneut
Segel und hangeln uns bei abflauendem Wind und inzwischen dunkler Nacht in die Bucht von Angra. Vor der Kaimauer gehen wir vor Anker, nach einer Tomatensuppe geht es bald in die Kojen. Die Nacht
wird etwas rollig, dafür windstill.
So 13.06.2010
Der Gedanke an das ungelöste Maschinenproblem treibt Skip aus dem Bett...schon bald sind er, Holger und Heidi zugange, den Dieseltank zu leeren, in Kanister umzufüllen und über einen Feinfilter
gesäubert im Kreislauf wieder einzufüllen. So geht das mehrere Runden, der Diesel wird so schrittweise wieder sauber und frei von Schmutzpartikeln, die Ablagerungen im Tank werden hoffentlich
auch so einigermaßen herausgespült. Doch erst nach nochmaligem Filterkartuschenwechsel und gründlichem Entlüften läuft die Maschine wieder rund und dreht auf über 2.300 U/min hoch....uff! Endlich
können wir in die Marina einlaufen, Carola kann zu ihrem Landgang aufbrechen und wir dürfen aufräumen und putzen. Jeder eben so wie er es braucht und verdient! Später unternehmen Skip und Heidi
einen Spaziergang durch den Ort, hinauf zur Festung.....sehr schön hier und alles, blitzsauber und bestens gepflegt! Am Abend bereitet Holger den gestern gefangenen Thuna zu...köstlich!! So
findet der etwas stressige Tag sein rundherum gutes Ende!
Mo 14.06.2010
Der Marina-Server wurde wieder hochgefahren...wir haben Internet an Bord! Carola zieht ab um mit dem Leihwagen die Insel zu erkunden, Holger unterzieht sich einer ausgedehnten Säuberungsaktion
und durftet danach nach allem was die Damen an harten Männern wohl schätzen. Skip macht die Bekanntschaft mit Jarlath Cunnane, einem irischen Skipper, der mit seiner Northabout neben uns liegt.
Jarlath hat die Northabout selbst in 15 Monaten aus Alu gebaut und auf ihr die Nord-Ost und Nord-West Passage gemacht. Eine höchst erstaunliche Leistung, die er darüber hinaus sehr anschaulich in
seinem tollen Buch beschrieben hat. Klar, dass ein handsigniertes Exemplar dieses Buches der Big Bully Bücherei hinzugefügt wird!(ISBN 1-905172-23-0 für die, die es interessiert). Die berühmt
berüchtigten Seewege waren schon das Ziel vieler Expeditionen, von denen sehr häufig die Teilnehmer nicht mehr lebend zurückkamen! Franklin war davon einer. Heute abend soll es dann nach dem
Dinner losgehen...Nachtfahrt hinüber nach Ponta Delgade....wir werden berichten!
…weniger lesen
Samstag, 12. Juli 2010:
Mit wieder funktionierendem Kartenplotter hat sich heute Big Bully auf den Weg von Faial nach Terceira gemacht, also eine Azoreninsel weiter! Die ersten Seemeilen für Big Bully ohne Christian an
Bord - ob das wohl gut geht?! ;)
Wir werden in Kürze berichten, für heute gibt es erstmal noch einige Bilder der letzten Tage von dem Ausflug auf die Insel Pico und noch weitere Bilder aus Faial!
Schöne Grüße aus den Azoren und Kiel!
Donnerstag, 10. Juni: Logbucheinträge von Henning
|
Di 08.06.2010
|
Wir puzzeln an Bord herum, besuchem am späten Nachmittag Sönke und Judith auf der Hippopotamus.....mehr bringt
dieser Dienstag nicht an Fakts zum Berichten.
|
|
Mi 09.06.2010
|
Heute heißt es, recht früh aufzustehen...die Fähre rüber nach Pico läuft um 10 Uhr aus. Leider spielt das Wetter
so gar nicht mit, wir verlassen Horta bei Sprühregen, frischem Wind und grauem Wolkenvorhang. Die Fähre legt in Madalena an, wir mieten ein Auto und starten zur Inselrundfahrt im
Uhrzeigersinn. Erste Station ist Cachorro, ein kleines Nest direkt vor dem Flughafen. Beeindruckend sind dort die Lava-Felsformationen, in denen sich die Atlantikdünung
spektdakulär bricht.
In Cais do Pico besichtigen wir das Museu da Industria Baleeira, eine alte stillgelegte Fabrik zur Verarbeitung
der vor der Insel gefangenen Wale. Das muss ein sauberes Geschäft gewesen sein, die Bilder sprechen Bände!
Weiter geht es längs der Nordküste, bis hin zum östlichen Kap der Ponta da Ilha mit ihrem pittoresquen
Leuchtturm.
Ein weiteres Highlight ist der Ort Calheta de Nesquim, die Kirche dort thront malerisch über der Rampe über die
die Fischer ihre farbenfroh lackierten Boote an Land ziehen. In einer angerenzenden Halle sind die ehemaligen Walfangboote aufgestellt...fast wie im Museum!
In Lajes do Pico machen wir nochmals Halt, hier findet der Big Bully Skip im Shop der Whale Watching Agentur das
von ihm gesuchte Objekt: ein Halbmodell eines Walfangbootes....als Deco für die Stirnwand in der Hauptkabine von Big Bully!!
Wir biegen ab, es geht hinauf in die Höhe, die Wolken reißen nochmals auf, wir bekommen einen tollen Ausblick auf
den Pico, dann tdauchen wir wieder ein in die Nebel- und Wolkensuppe, die sich an der Nordküste hartnäckig hält.
Mit der Fähre um 21 Uhr geht es zurück nach Faial, etwas geschafft wird noch ein spätes Vesper eingelegt, dann ist
es Zeit für die Koje.
|
|
Do 10.06.2010
|
Das Wetter zeigt sich wieder von der besten Seite, der Pico ist frei und grüßt majestätisch herüber. Schade....den
hätten wir ja schon gerne bestiegen...sollte wohl nicht sein.
Wir hoffen, heute wieder den reparierten Plotter zurückzubekommen, so dass wir morgen aufbrechen
können.
Eine vergebliche Hoffnung wie sich später herausstellt...es ist Feiertag heute und damit bekommen wir
den Plotter frühestens am Freitag.
|
Mittwoch, 09. Juni 2010:
Seit dem letzten Logbucheintrag hat sich Big Bully nicht viel bewegt, lediglich einmal mussten wir uns im Hafen umverlegen da eine größere Fähre
ankommen sollte und wir im Wendekreis lagen. An Bord hat sich inzwischen dennoch viel getan. So hat sich z.B. die Crewzusammensetzung inzwischen verändert, Heidi und Carola, die Schwester von
Henning sind an Bord eingetroffen, dafür musste/durfte/konnte Christian inzwischen das Boot verlassen und befindet sich nun bereits wieder in good old Germandy, in KIEL.SAILIG CITY. Ihn erwartet
morgen, am Donnerstag 10. Juni bereits der erste Arbeitstag...
Mehr lesen...
In seinen letzten Tagen auf Big Bully wurden daher gebührend zelebriert. Zunächst mit einer schönen Autotour über die Insel Faial. Die Landschaft auf der Azoereninsel erinnert schon fast ein
wenig an das Süddeutsche Allgäu. Saftig grüne Hänge, häufig von Kühen besetzt, kleine Landhäuser sowie teilweise dichte Laub- und Nadelwälder. Wäre da nicht der alles überragende Vulkan und der
blaue Atlantik könnten bereits mitten in Portugal dei Heimatgefühle aufkommen. Ein Highlight der Autotour war der Besuch eines erst vor relativ kurzer Zeit von einem Vulkanausbruch
verschüttetAufen Areals. Auf einem ausgedehnten Spaziergang durch die schwarze Lavalandschaft entdecken wir teils atemberaubende Felsformationen und staunen über den krassen Farbkontrast: im
Vordergrund die schwarze Lava, im Hintergrund das satte Grün.
Wieder zurück im Hafen von Faial folgen auch wir der Tradition in diesem Hafen und malen unser Schiffslogo an die bunte Kaimauer der Marina. Seit jeher malen hier die zahlreichen Fahrtensegler
die Horta passieren teilweise kunstvolle Bilder an die Wand. Aus dem gesamten Hafenbereich ist so innerhalb der Jahre ein buntes Kunstwerk aus abertausenden an Bildern geworden. Horta ist eben
einfach ein Kulthafen für Fahrtensegler, hier trifft sich alles wieder. So treffen wir hier beispeilsweise auch überraschenderweise auf Sönke und Judith von der Hippopotamus, derzeit wohl
Deutschlands berühmtestes Fahrtenseglerehepaar. Sie sind seit 3 Jahren auf Weltumseglung unterwegs, immer mal wieder standen wir mit Ihnen per Email in Kontakt und verfolgten Ihre Reise. Ein
schöner Zufall dass sich unsere Kielwasser noch unterwegs hier kreuzen! Gemeinsam mit Hannes von der Zion verbringen wir einen feuchtfröhlichen Abend auf Big Bully bzw. zu späterer Stunde auf
Hippopotamus und treffen uns auch in den darauffolgenden Tagen immer wieder im Café Sport, der Kultkneipe der Fahrtensegler.
Horta ist also ein würdiger Abschlusshafen für Christians letzten Tage auf Big Bully, die wir gemeinsam sehr genießen. Der Abschied fällt uns daher aber auch nicht leichter, ganz trocken bleiben
die Augen daher auch nicht, aber immerhin haben wir mit dem Liegeplatz in Kiel-Schilksee eine schöne Zukunftsperspektive für weitere gemeinsame Törns.
Mit Christians Abreise ist jedoch auch der Webmaster von Bord, somit ist die Internetverbindung an Bord wohl erstmal unterbrochen... Berichte in schriftlicher Form wird es in jedem Falle auch
weiterhin geben, wie wir es mit Fotos hinbekommen müssen wir allerdings sehen. Nicht immmer wird ein Internetcafé auf dem Weg liegen und per Satellitentelefon ist es sehr teuer große Datenmengen
zu verschicken... Aber wir werden unser bestes geben! Nun aber erstmal die Bilder der letzten Woche - viel Spaß damit und eine angenehme Restwoche euch allen! Grüße aus Kiel bzw. aus Horta,
Henning, Heidi, Holger, Carola und Christian!
…weniger lesen
Kommentar schreiben
Kommentare: 0