Überführungstörn Koper - Malta

 

Wegpunkte und Strecke: klickt auf die Fähnchen bzw. Strecke für weitere Infos...

Freitag, 14.März: nach Monaten der Winterruhe und der in dieser Zeit vorgenommenen Umbauten kommt Big Bully in Aktion: die Verladung auf den LKW steht an!!!

Dank eines sehr routinierten Hr. Obst (Spediteur und Chauffeur für Big Bully nach Slowenien) ging die Verladung glatt über die Bühne und war nach ca. 4h vollbracht. Danach ging es über die Grenze in Konstanz/ Keuzlingen zurück nach Deutschland...

 

Montag, 17.03. 2008:

Nach einer problemlosen Fahrt sind wir gut in Koper angekommen und haben unsere Nachtruhe im Motel Port gefunden. Big Bully und Henning sind noch mit dem Transporter unterwegs und werden in den frühen Morgenstunden eintreffen. Bisher verläuft alles nach Plan! Damit eine gute Nacht!

 

Dienstag, 18.03.2008:

So, inzwischen ist Big Bully gewassert und schwimmt das erste mal in Salzwasser! Alles l läuft prima, nur das Wetter ist leider bescheiden. Bis eben Dauerregen pur, allerdings deutet sich langsam eine Besserung ab, so dass nun bald der Mast gestellt werden kann.... Sprayhood und Steuerräder sind bereits montiert, Nahrungsmittel eingeräumt, so langsam wird es dann ein richtiges Segelboot! Weitere News folgen, bis dahin, gibt es einige neue Fotos zum kucken!

 

Mittwoch, 19.03.2008:

Heute kehrte erstmal etwas Ruhe an Bord ein. Es wurden weitere Installationen vorgenommen, unter anderem die Segel vollends angeschlassen, das Boot an einen anderen Liegeplatz verholt und das Beiboot aufgeklappt :). Großmutti und Großvati sind inzwischen auch angekommen um das Boot zu begutachten. Morgen wird es dann wohl auf den ersten Probeschlag unter Segeln gehen.... weitere Bilder online!

 

 

Freitag, 21.03.2008:

Heute geht es das erste mal raus auf See. Von Koper aus geht es bei schönem Wind, aber frischen Temperaturen quer rüber nach Montfalcone, wo wir Wolfgang, unseren 6. Mitsegler aufgabeln. Gegen Nachmittag wird noch ganz offiziell mit Champagner das Schiff getauft und die Großeltern wieder verabschiedet. Die Crew ist komplett, es kann losgehn!

 

Samstag, 22.03.2008

Der Wind gut, es kann losgehen!!!! Wind mit herrlichen 3-4bft aus Ost, genau richtig für einen guten Raumkurs. Aber über Slowenien stehen dicke Regenwolken, die nichts Gutes verheißen… zum Glück ziehen sie an uns vorbei. Gegen Abend flaut der Wind ab und wir testen den Motor. Unterwegs begegnen wir einer weiteren Yacht, die trotz totaler Flaute noch unter Segeln steht. Als wir sie quer ab haben gibt uns der Skipper mit kreisenden Armbewegungen das Seenotsignal, sie benötigen also Hilfe. Unter Motor nähern wir uns, und erfahren dass der Crew der Sprit ausgegangen ist, bzw. einer der Dieseltanks defekt ist. Versuche über eine kleine Elektropumpe Diesel aus dem Tank heraus zu befördern scheitern leider, dummerweise haben wir zwar Ersatzkanister an Bord, diese sind aber nicht gefüllt… und so müssen wir leider die Segler weiterhin segeln lassen…. wir motoren weiter in eine kalte Nacht.

 

Sonntag, 23.03.2008

Pünktlich zum Wachwechsel um Mitternacht frischt der Wind auf, wir setzen alle Segel werden allerdings bereits um 2h wieder gezwungen das Groß zu verkleinern, da der Wind weiter zunimmt. Morgens müssen wir dann alle Segel streichen, diesmal allerdings aus Windmangel und so geht es leider nur unter Maschine weiter bis wir gegen Abend in Pescara einlaufen, bzw. erstmal auflaufen...Bei der Ansteuerung der Marina halten wir die gelbe Tonne zu früh für passiert und entdecken in der Dunkelheit die unbeleuchteten Backbord Fahrwassertonnen zu spät....und schon liegen wir hoch und trocken, dummerweise in der Hafeneinfahrt… die Hafenmole in bedrohlich wirkender Nähe in Lee…. An Land stehen bereits wild gestikulierend und rufend einige Passanten, kurz darauf kommt der Nachtwärter des Hafens auf seinem Schlauchboot angedüst. So wirklich helfen kann er uns allerdings erstmal auch nicht, mangels Sprachkenntnissen. Nicht einmal er scheint sicher auf welcher Seite denn nun das Fahrwasser ist. Nach ein wenig rumprobieren, einigen Funksprüchen und einem Mann auf dem Großbaum gelingt es uns dann doch wieder frei zu kommen. Welch ein Erlebnis, alles zum Glück heil geblieben!

 

Montag, 24.03.2008

Ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint!!! Nach einem Hafenspaziergang mit Besuch des Capitane (inkl. Ermahnung, immer UKW-Kanal 16 zu hören und einem Plan, wie wir den Hafen verlassen können ohne erneut auf Grund zu laufen) und einem leckeren italienischen Gelato verlassen wir Pescara und laufen Tremiti an. Der anfängliche super Wind (wir können erstmals den Genacker fahren) lässt nach, wir werfen den Motor an, doch abends kehrt der Wind in stärkerer Form zurück. Erneut unter Gennacker rauschen wir in die Nacht, als ca. 8 Seemeilen vor unserem Ziel der WInd überraschend innerhalb von 10 Minuten von 15 Knoten auf in Boen 30 Knoten auffrischt. Gerade noch rechtzeitig bekommen wir den Gennacker eingeholt, müssen dabei aber auf extremem Raumkurs fahren. Eine der bereits recht hohen Wellen verbündet sich mit einem kleinen Winddreher und wirft Big Bully mit dem HEck durch den Wind, gefolt von unserem Großsegel... wir drehen eine 1a Patenthalse, die gewaltigen Kräfte kann nicht mal unser extra angebrachter Bullenstander widerstehend den es glatt zerfetzt.... Auch das Großsegel ist für dieses ungewollte Manöver nicht stark genug und reisst an einem "Rutscher" am Mast ein, schöne Sch****!! Glück im Unglück allerdings, niemand wurde von dem herüberschißenden Großbaum getroffen und allen geht es gut.  Zur Schonung werden alle Segel eingeholt und wir motoren die letzten Seemeilen nach Tremiti, wo wir, im Schein der Klosteranlage vor Anker gehen. Nach einem kurzen Drift und einem zweiten Ankermanöver ist die Crew sichtlich froh in die Kojen fallen zu dürfen.

 

Dienstag, 25.03.2008

Aus der vermeintlich unbewohnten Insel Tremiti entpuppt sich am nächsten Morgen ein viel befahrenes Touristendomizil. Als wir an Deck kommen schießen die Fischer die von Ihrem nächtlichen Fang heimkehren bereits um uns herum, begleitet von kreischenden Möwen. Kurz darauf biegt auch schon eine größere Personenfähre um die Ecke, gefolgt von einem weiteren Hochgeschwindigkeits Kat. Der ausgesprochenen Schönheit und Idylle der Insel tut dies allerdings keinen Abbruch. Die große Burg und die schöne Umgebung lässt uns unser Frühstück mehr als geniessen. Bis wir  loskommen wird es wieder Mittag, der inzwischen stark abgeflaute Wind lässt uns schon bald die Maschine anschmeissen und unserem nächsten Ziel, dem ausgesprochen schönen Vieste anlaufen, das wir Nachmittags erreichen. Zur entspannung begeben wir uns noch in den ausgesprochen schönen Ort, und lassen uns von seinem Flair einfangen. Zur Feier des Tages gönnen wir uns ein edles Essen im Restaurant.

 

 

Mittwoch, 26.03.2008

Nach einem Frühstück mit frischen Brötchen verabschieden wir uns von Vieste und Antonia, der ausgesprochen netten Hafenmeisterin und Ihrem Haustier, einem Hängebauchschwein :) und motoren an der sehr schönen Steilküste entlang gen Süden, machen kurz halt an einer besonders eindrucksvollen, motoren auf 2-3 m heran, fotografieren und filmen mitunter auch aus dem Masttop kräftig. Das heutige Ziel ist Manfredonia, das wir in der Hoffnung dort einen Segelmacher zu finden anlaufen.

Das auf den ersten Blick recht hässliche Städtchen entpuppt sich bei einem Stadtspaziergang als sehr schöner, lebhafter Ort, mit einem schönen Schloß, das wir kurz besichtigen. Einen Segelmacher bleibt die Stadt uns allerdings schuldig. Stattdessen finden wir einen Fischmarkt, auf dem wir uns Garnelen zum Abendessen erstehen.

 

Donnerstag, 27.03.2008

Früh morgens legen Henning und Heidi bereits ab und nehmen Kurs auf Bari. Der Rest der Crew befindet sich noch in den Kojen, gefrühstückt wird auf See.

Nach einigen Motorstunden kommt Wind auf und wir können bei angenehmen 5 Bft vor Bari aufkreutzen. Sehr schön!

Die Anlandung ist weniger erfreulich, dreimal müssen wir uns insgesamt umverlegen bis wir den endgültigen Liegeplatz andem wir bleiben dürfen erreicht haben. Das gute an der Sache: es ist uns gelungen eine Adresse eines Segelmachers aufzutreiben, den wir morgn versuchen werden zu erreichen.

 

Freitag, 28.03.2008

Das Großsegel wird abgeschlagen und mit der Hilfe eines Italieners wird ein Taxi organisiert mit dem wir den Stoff zum Segelmacher transportieren. Dort wird es sehr professionell von Bank Sails geflickt. Währenddessen ist der Rest der Crew einkaufen und so kann es am Nachmittag auf den nächsten großen Schlag gen Süden, bzw. später dann gen Westen gehen.

Bei schönem Wetter und super, achterlichem Wind geht es in die Nacht hinein. SWegeln wir im Bilderbuch, durch die komplette Nacht, unter Sternenhimmel mit genialen 5-6 Bft! Big Bully steigert sich so richtig rein und erreicht einen Top Speed von ca 13 Knoten….

 

Samstag, 29.03.2008

Nach einer Traum Nacht folgt ein Traum Sonnenaufgang unter Segeln und nach wie vor super Wind. Wir müssen sogar noch 2 Reffs ein drehen und runden so am Morgen die „Hacke“ Italiens und rutschen nun die Sohle runter gen Westen. Gegen Nachmittag geht dem Wind dann doch langsam die Puste aus, so reffen wir aus, müssen aber nach einer weiteren knappen Stunde den Motorr anschmeissen.

Gegen 18.30 erreichen wir unter Motor Crotone – Porto Vecchio, erneut ein ausgesprochen schöner Hafen! Flux wird noch Fleisch und Salat etc. gekauft umd die geniale Segel Nacht und Tag mit einem schönen Barbecue an Bord würdig zu beenden!

 

 

Mittwoch, 03.04.2008

Sonntag ging es weiter  Richtung Siracusia, teilweise schöner WInd, besonderes Highlight: Eine ca 8-10 Köpfige Delphinen Schule besuchte uns zun Sonnenuntergang und sorgte für Kitsch-Bilderbuch Stimmung pur. Begeistert winkend und rufen versammeln wir uns auf dem Vorschiff und beobachten die wilden Hüpfer und Spiele der lebendigen Meerestiere. Echt beeindruckend mit welcher Geschwindigkeit und Eleganz sie sich durch Wasser bewegen!

Durch die Nacht geht es unter Motor und am nächsten Tag erreichen wir SIracusa, eine bestimmt einst sehr prächtige und schöne, heute aber leider recht zerfallenen Stadt an der südlichen Spitze von Sizilien. Dort werden wir noch einen Tag eingeschifft und bewegen uns aufgrund Dauerregens keinen Meter aus dem Hafen, was doppelt ärgerlich ist. Denn nicht nur das Wetter ist frustrierend sondern auch die Liegegebühren des Hafens. Für die erste Nacht mpssen wir 80€, für die zweite Nacht nach einem großzügigen Discount nur noch 60€ bezahlen (!!!!). Der mit Abstand teuerste Hafen den wir je besucht haben.... und dabei bietet er keinerlei sanitäre Einrichtungen..... es bleibt also nur ein Fazit: Never again!!

Daher fällt es uns auch am nächsten Tag nicht schwer die Stadt zu verlassen und unsere letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Bei Inzwischen wieder recht schönem Wetter geht es bei schönem Nordost Wind unter Gennacker auf Kurs. Wieder besucht uns eine größere SChule von Delphinen, die diesmal rund eine Stunde vor unserem Bug ihre Spielchen treiben und uns begfeistert zusehen lassen. Wahrscheinlich begeistert sie unser großer bunter Gennacker so sehr....

Nach ein wenig Motoren kommt wieder Wind auf, diesmal aus West, der sich recht schnell auf gute 5 Bft steigert und uns hart am WInd direkt vor die Tore Vallettas auf Malta schiebt. Um ca. 22.30 Uhr passieren wir die riesige,imposante Hafeneinfahrt und staunen nicht schlecht  über den Hafen.  Von alten, beleuchteten Burgen und Häusern ungeben liegt er inmitten der Stadt, sehr geschützt und wirkt besonders bei unserer EInfahrt in der Dunkelheit einfach beeindruckend!

Sehr freundlich werden wir auch von Frederic Brenneisen und seinem Team in den Hafen eingewiesen und mit 2 Flaschen Champagner empfangen. Glücklich über die erfolgreiche Überführung und sehr schönen Törn fallen wir um 1 Uhr müde und erschöpft in die Kojen und schlafen so richtig schön aus.

 

Big Bully's Logbuch | Fotos

 

 

Törnbericht Überführung Big Bully
Etwas ausführlicher Bericht zum Download, verfasst von unserem Skip, Henning!
Törnbericht Überführung Big Bully.pdf
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